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Lutherstadt Wittenberg

Einwohner:
ca. 46.000

Bundesland
Sachsen-Anhalt

Die Wirkungsstätten der Reformatoren gehören zum Weltkulturerbe

Sehenswürdigkeiten in der Lutherstadt Wittenberg

Ein Rundgang durch Wittenbergs Altstadt

Wittenberg -oder besser Lutherstadt Wittenberg - wird beherrscht vom Andenken an Martin Luther. Der Reformator lebte hier, lehrte hier, war Professor und Leiter der Universität. hier verfasste er seine berühmten Thesen von 1517 und veröffentlichte sie, in dem er sie unter anderem an die Schlosskirche schlug.

So sind die Wittenberger Sehenswürdigkeiten auf unserem Rundgang zum größten Teil Sehenswürdigkeiten, die sich auf ihn und seine berühmten Wittenberger Freunde Philipp Melanchthon, Johannes Bugenhagen und Lucas Cranach d.Ä beziehen.

Aber Wittenberg diente in seiner Blütezeit auch als Residenz der sächsischen Kurfürsten. Friedrich der Weise ließ Schloss und Schlosskirche neu aufbauen. Zum 500sten Jahrestag der Reformation 2017 hat die Stadt einiges unternommen, um Lutherstadt Wittenberg und alle Sehenswürdigkeiten in vollem Glanz erstrahlen zu lassen.

Beginnen wir den Rundgang zur den Wittenberger Sehenswürdigkeiten am Schloss. Wenn wir dann die Schlossstraße und die Collegienstraßeentlangwandern, erreichen wir am Ende das Lutherhaus.

Kurfürstliches Schloss

Kirchturm der Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg

Blick auf den Kirchturm der Schlosskirche

Es war einmal eines der prächtigsten Schlösser seiner Zeit - zur Zeit seiner Fertigstellung 1525. Aber mit der schwindenden Bedeutung der Stadt und nach zwei Bränden ist der einstige Glanz nur zu erahnen.

Schon im Mittelalter wurde die Burg Wittenberg erwähnt, 1340 dann durch ein Schloss ersetzt, das aber wiederum Kurfürst Friedrich der Weise 1489 abreißen ließ. An dieser Stelle ließ er ein prächtiges Schloss mit angeschlossener Schlosskirche bauen.

Doch schon im Schmalkaldischen Krieg wurden 1547 die Helme der beiden runden Schlosstürme zerstört, um hier Kanonen zu positionieren.

Nachdem die Residenz der Kurfürsten inzwischen nach Dresden verlegt wurde und das Schloss 1760 vollständig abbrannte, wurde es notdürftig wieder aufgebaut, doch diente es zeitweilig auch als Getreidespeicher. Während der Befreiungskriege wurde es 1814 abermals beschossen und erobert.

Unter preußischer Verwaltung ab 1815 nutzte man dann das Schloss als Kaserne, später unter anderem als Jugendherberge, Wohnungen und als Museum für Natur- und Völkerkunde.

Im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2017 wurde das Wittenberger Schloss umfassend saniert und der 1760 zerstörte Südflügel neu aufgebaut. Jetzt gehört es wieder zu den Wittenberger Sehenswürdigkeiten. Eine Reformationsbibliothek findet hier ihren Platz, das evangelische Priesterseminar und ein Besucherzentrum mit Informationen zur Geschichte des Schlosses.

Schlosskirche

Thesentür in der Schlosskirche der Lutherstadt Wittenberg

Thesentür - an dieser Stelle soll Martin Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche angeschlagen haben.

Foto: Gabi Schoenemann pixelio.de

An diese Kirche soll am 31. Oktober 1517 Martin Luther, damals Theologieprofessor in Wittenberg, seine berühmten 95 Thesen an die Tür geschlagen haben - die 95 Thesen gegen den Ablasshandel, die große Teile der damals bekannten Welt verändern sollten. Daher ist die Schlosskirche in Wittenberg auch Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und nicht nur für evangelische Christen eine bedeutende Sehenswürdigkeit.

Genau wie das Schloss wurde auch die Vorgängerkirche 1489 von Friedrich dem Weisen niedergerissen, um eine neue, prächtige Kirche errichten zu lassen. 1503 wurde sie geweiht. Schon bald zog sie viele Wallfahrer an, die zu der von Friedrich dem Weisen angelegten berühmten Reliquiensammlung pilgern wollten.

Gleichzeitig stellte der Fürst die Kirche auch der Universität zur Seite. So kam es, dass das hölzerne Hauptportal von Studenten wie Professoren als eine Art "Schwarzes Brett" genutzt wurde. Sie hefteten hier ihre Nachrichten an, so dass sie jeder lesen konnte. Daher war es nur natürlich, dass auch der Professor Martin Luther hier seine Thesen anschlug. Ihre Wirkung entfalteten sie allerdings eher durch die gleichzeitig gedruckten Exemplare, die Luther im Land verteilen ließ.

Seit 1525 wird in der Schlosskirche auf lutherische Art gepredigt. 1546 wurde hier Martin Luther, 1560 Philipp Melanchthon begraben.

Die Originaltür ist dann 1760 genau wie große Teile innerhalb der Kirche verbrannt. Viel später stiftete der preußische König Friedrich Wilhelm IV eine bronzene Thesentür.

"Schwerter zu Pflugscharen" - das Symbol der Friedensbewegung und auch der friedlichen Revolution in der DDR ging u.a. auf eine Initiative des Predigers Friedrich Schorlemmer zurück, der von 1987 bis 1992 hier wirkte.

Haus des Lucas Cranach

Lucah Cranach Haus in Wittenberg

Haus Lucas Cranach

Kurfürst Friedrich der Weise holte auch Lucas Cranach d.Ä. nach Wittenberg. Ab 1505 schuf er hier seine berühmten Gemälde, die heute in den großen Museen der Welt zu finden sind. Auch Martin Luther, mit dem er eng befreundet war, portraitierte er mehrfach.

Das Cranach-Haus am Markt liegt auf unserem Rundgang rechts vom Markt. Hier betrieb der Künstler auch eine Druckerei, handelte mit Papier und Farben, aber auch mit Sandstein, Zucker und Gewürzen und betrieb nebenbei auch eine Apotheke.

Altes Rathaus

Wittenberger Altes Rathaus

Altes Rathaus

Zentrum Wittenberg bildete der große Marktplatz mit dem alten Rathaus, dem Marktbrunnen und der Statur Martin Luthers. Im Rathaus aus der Renaissancezeit werden den Besuchern heute wechselnde Kunstausstellungen zur christlichen Kunst geboten.

Stadtkirche St. Marien

Die Stadtkirche St. Marien in Lutherstadt Wittenberg

Stadtkirche St. Marien vom Markt aus

1521 - die erste evangelische Messe überhaupt wird in dieser Kirche gehalten. Hier predigten Martin Luther und Johannes Bugenhagen, der hier Stadtpfarrer war. Zum ersten Mal wurde hier auch die Messe in deutscher Sprache gefeiert. Seit 1996 gehört die Sehenswürdigkeit zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Um 1280 wurde der heutige Altarraum errichtet, 1439 entstand die dreischiffige Halle. 1522 während des Bildersturms wurde die gesamte Inneneinrichtung demoliert, worauf Martin Luther von der Wartburg nach Wittenberg zurückeilte.
Die achteckigen Hauben erhielt die Kirche 1566, nachdem die Türme vorher als Plattformen für Kanonen dienten.
Die Inneneinrichtung entstammt dem Jahr 1811 in neugotischem Stil. Innen sind auch Werke von beiden Lucas Cranach, dem Älteren und dem Jüngeren zu sehen, so der von beiden geschaffene "Reformations-Altar"

Bugenhagenhaus

Gleich neben der Stadtkirche steht das älteste evangelische Pfarrhaus der Welt. Hier lebte Johannes Bugenhagen genau wie alle späteren Stadtpfarrer bis 1997. heute dient das Haus als Gemeinde- und Begegnungszentrum.

Melanchthonhaus

Melanchthonhaus in Wittenberg

Melanchthons Haus in Wittenberg

Zu seiner Zeit war Philipp Melanchthon einer der führenden Denker in der akademischen Welt. Begeistert von Luthers Thesen nahm er 1518 gern eine Professur in Wittenberg an. Kurze Zeit später, nach seiner Hochzeit, bezog er ein bescheidenes Haus in Universtätsnähe. Das heutige dreigeschossige Bürgerhaus wurde aber erst 1536 für ihn und seine Familie auf Kosten des Kurfürsten erbaut, als Melanchthon schon drohte, aus Wittenberg wegzuziehen. Heute befindet sich ein Museum zu Leben und Wirken Melanchthons.

Lutherhaus

Lutherhaus in Wittenberg, Wittenbergs Sehenswürdigkeit

Lutherhaus in Wittenberg

Als Friedrich der Weise in Wittenberg die Universität in Leben rief, trafen 153 die ersten Augustinermönche zum Ordensstudium in der Stadt ein. Zum Wohnen und Lernen erhielten sie ein Grundstück am Elstertor und sie begannen dort ein Kloster zu bauen.

Martin Luther wurde nach seiner Priesterweihe in Erfurt als Lehrer nach Wittenberg geschickt, wo er promovierte und 1512 eine Professur für Bibelerklärung erhielt. Während dieser Zeit wurde ihm hier eine Zelle zugewiesen.

Nach dem Durchbruch der Reformation und der Auflösung des Klosters überließ Friedrich das Haus Martin Luther, der es mit seiner Familie bis zu seinem Tod bewohnte. Hier unterrichtete Luther seine Studenten, seine Frau Katharina von Bora bewirtete an ihrer großen Speisetafel nicht nur ihre sechs Kinder, sondern auch täglich eine Zahl von Gästen und Studenten. Heute ist in der Sehenswürdigkeit Lutherhaus das Luthermuseum zu besuchen.

Lutherstube

Hier in dieser Stube saß Martin Luther oft mit seinen Freunden Philipp Melanchthon, Johannes Bugenhagen und Lucas Cranach d.Ä., um über Politik, Religion, Gott und die Welt zu diskutieren. Die Stube ist in ihrem mittelalterlichen Originalzustand zu sehen.

Augusteum

Augusteum

Augusteum

An das Wohnhaus Martin Luthers wurde dieser Erweiterungsbau der Wittenberger Universität "Leucorea" angeschlossen. Hierbefanden sich neben Lehrräumen und Studentenstuben auch die Bibliothek. Heute nutzt das evangelische Priesterseminar das Gebäude. Hier endet unser Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten in Wittenbergs Altstadt. Ein Besuch des Museums Lutherhaus sollte sich unbedingt anschließen.

Hundertwasserschule

Hundertwasserschule ni Wittenberg

Hundertwasserschule in der Schillerstraße

Foto: Rolf Handke pixelio.de

Etwas außerhalb gelegen gingen die Schüler schon in der DDR auf das Luther-Melanchthon-Gymnasium in der Schillerstraße. Damals allerdings ein Bau nach Standardplattenbauschule Erfurt II. Nach der Wende aber lieferte der Künstler Friedensreich Hundertwasser die Entwürfe für eine umfassende Umgestaltung der Schule ganz nach seinem Stil.

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